Über das Projekt


Im Projekt „Meine Mode“ stellen sich Kinder im Alter von 10-13 Jahren aus dem Soldiner Kiez den Fragen: Was sagt meine Kleidung anderen über mich? Was möchte ich mit meiner Kleidung ausdrücken? Zwei Punkte zum Thema, wie sich unsere Persönlichkeit in unserem Kleidungsstil wiederspiegelt. Denn was wir anziehen, ist bewusst oder unbewusst ein Teil unserer Kommunikation mit unserer sozialen Umwelt. Was das mit unseren Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen zu tun hat (z.B. Bildungs- und Berufschancen) und wie unser Zugang zu den gesellschaftlichen Ressourcen (Kultur, Geld, Gesundheit, soziale Beziehungen) davon beeinflusst wird, erläuterte der Soziologe Pierre Bourdieu in seinen Ausführungen zum Geschmack (ästhetisches Bewusstsein).


Mode betrachten wir im Projekt als künstlerisches Wirken. So arbeiten Künstler*innen aus verschiedenen Bereichen unter der Trägerschaft der P.U.K. a malta gGmbH daran, dass sich die teilnehmenden Kinder damit auseinandersetzen, wie sie sich in ihrer Persönlichkeit über Kleidung darstellen (können).
Zu Anfang setzen wir uns kritisch mit dem Thema Mode auseinander. Das Zeichnen von Entwürfen für die Gestaltung von Kleidungsstücken ist der erste praktische Arbeitsschritt. Dann folgt die kreative Arbeit mit Textilien. Besonders das Upcycling in Verbindung mit dem Bedrucken von Stoffen stellen wir in den Mittelpunkt des Projekts. “Meine Mode“ beinhaltet zudem den Bereich Fotografie sowohl vor als auch hinter der Kamera, was Hand in Hand mit der professionellen Präsentation auf einer Webseite einhergeht. Das Design und die individuelle Darstellung auf der Webseite bestimmen die Kinder selbst, um ihren eigenen Stil abzurunden.


Ein konkretes Problem, dem sich „Meine Mode“ widmet, ist der Widerspruch zwischen der besonderen Bedeutung von teuren „Markenklamotten“ für soziale Beziehungen der Kinder mit Gleichaltrigen im Soldiner Kiez und den schwachen wirtschaftlichen Verhältnissen der Familien aufgrund von gesellschaftlicher Benachteiligung. Deshalb möchten wir die Kindern zur Wertschätzung von selbstgefertigter Kleidung anhalten und zum Nachdenken über ihr eigenes ihres Konsumverhalten anregen. Ein Bewusstsein der Kinder für die das, was ich trage und das, was ich damit kommuniziere, ist Ziel unseres Projektes, welches über das bezirkliche Bündnis für Wirtschaft und Arbeit gefördert ist wird.